Sonntag, 22. September 2013
Sonntag, 18. August 2013
Sonntagssüß: Käsekuchen mit Löffelbiskuitboden
Für eine große Springform (26 cm) habe ich 500g Magerquark mit 4 Eigelben, einer Packung Vanillepuddingpulver und 100g Zucker verrührt. Die vier Eiweiße wurden mit 80g Zucker geschlagen. (Da ich leider den letzten Weißzucker zur Quarkmischung gab, habe ich die Eiweiße mit braunem Zucker geschlagen. Das Ergebnis war bräunlich und kein richtiger Schnee - also bitte nicht nachmachen!)
Die Quarkmasse wurde, nachdem ich den Eischnee, der keiner war, untergerührt hatte, in die mit Löffelbiskuits ausgelegte Form gegeben und durfte noch etwas entspannen, bevor es in den Ofen ging. (Jaa, das Einfetten hab ich vergessen.)
Bei etwa 180 Grad hat der Kuchen etwa 40-45 Minuten gebacken. Genauere Zahlen hab ich nicht für Euch, ich bin da ein wenig "frei Schnauze" vorgegangen. Ist ja nicht mein erster Käsekuchen und auch der Ofen ist schon lange nicht mehr "neu". (Der Backofen hat am Einstellrad übrigens Markierungen für 50 - 250 Grad in 25er-Schritten.)
Der Geruch hat dann leider Wespen in die Küche gelockt, sodass ich den Kuchen bald in den Kühlschrank getan habe. Da sich seit gestern ein zunehmendes Unwohlsein in meinem Bauch breitmacht, gibt es wohl heute kein Stück vom leckeren Kuchen. Weiterempfehlen möchte ich das Rezept trotzdem. Nachbacken, husch, husch! ;-)
Sonntag, 4. August 2013
Wochenrückblick KW 31
Es wurde wieder gebacken. Die bekannten Schokomuffins, ein Brot aus einer Zeitschrift (das Rezept habe ich während der Wartezeit beim Neurologen abfotografiert), eine
Gekocht habe ich auch: Nudeln, ein paar Tage später Leber, Erbsen und Reis. Ansonsten gab's, wie gegenüber Steph vom Kuriositätenladen
Geerntet wurden endlich die ersten Salatblätter (etwas, was ich viel früher hätte tun können; ich hatte gehofft, der Salat bildet einen Kopf, das passiert aber offenbar nicht mehr) und auch das "Quotenradieschen" habe ich, nachdem sich in den letzten zwei Tagen (im Gegensatz zu fast allen anderen Pflanzen) nichts tat, aus der Erde geholt.
In gewisser Weise geerntet wurden leider auch die schönen im Wachstum begriffenen Paprika, die h eute mittag nach einem sturmbedingten Sturz des Topfes einfach nicht mehr da waren. Ich habe natürlich heute morgen kein Foto gemacht ...
Apropos Fotos ...
Sonntag, 28. Juli 2013
Wochenrückblick KW 30 (der echte)
Gekauft:
- Dinkel-Doppelkekse
- zwei Dinkelmehle
- Bio-Eier
- Käse und Geflügelaufschnitt
- Saft
- Pflanztöpfe
- Milch
- Obst (Weinbergpfirsiche, Birnen)
Gebacken:
- Quarkmuffins nach einem Rezept von Nata
- Kirschkuchen nach dem Rhabarberkuchenrezept von Bolli
Ansonsten gegessen:
- einen "Sushi Wrap" mit Lachs
- Eis
- rote Grütze (gekauft)
- restliche Schokomuffins
- Brot mit Nutella oder Käse oder Fleischaufschnitt oder Sülze mit Geflügel oder nur mit Gemüse
Geschenkt bekommen:
- 3 weitere Rollen Dinkelkekse
- 4 Gläser Sanddorn-Apfelmus
- 2 Dosen ungesalzene geröstete Erdnüsse
- 1 Packung Käsetortellini
Außerdem wanderten mir zu:
- weiteres Obst
- weiterer Aufschnitt
- Gurke
- Tomaten
- Frühlingszwiebeln
- Paprika
- ein Päckchen Dicke Bohnen (danke an Marion Prosenz)
Die Pflanzen:
- zwei Paprikablüten haben geblüht und zumindest eine scheint einen Fruchtkörper zu bilden
- vier oder fünf gelbe und zwei grüne Zucchini eingetopft, über ihre Entwicklung gefreut.
- Dill und Fenchel in Aufzuchtschalen gelegt - wer wohl schneller wächst
- aussortiert: Tomaten, Rettich, Radies, Kohlrabi
Außerdem hatte ich Übernachtungsbesuch, der auch neue Möbel mitbrachte. Das Kistenausräumen geht weiter.
Demnächst gibt's auch wieder Bilder.
Sonntag, 21. Juli 2013
Wochenrückblick KW 30
Momentan verteilt sich die Menagerie tagsüber auf mein Schlafzimmer und den Platz am Küchenfenster. (Es gab auch mal eine Zeit, da reichte der Platz am Küchenfenster aus.)
Dienstag, 16. Juli 2013
Brot-Zeit
Natürlich hab ich den Herd benutzt. Und dabei oder danach festgestellt, dass auch er und ich Meinungsverschiedenheiten haben. Die Töpfe, die mir auf Heizplatten so gute Dienste geleistet haben, brennen bei Benutzung von Öl unweigerlich an, egal, wie schnell ich von der höchsten Stufe zurückschalte oder wieviel Flüssigkeit ich zugebe. So richtig weg kriegt man das Angebackene nur, indem man den Topf mit einem Spülmaschinentab einweicht. Seinerzeit war das nur nach dem Kochen von Kohl notwendig. Einmal im Monat kann ich derlei verwinden, aber nicht mehrmals pro Woche, zumal hier auch zwei Spüliflaschen stehen - eine aus der alten Wohnung, eine im Zeitraum zwischen Einzug und Ankunft der Umzugskisten erworbene. Also nix mit großem Aufkochen, bis ich wieder Pfannen habe. In der Zwischenzeit nehme ichggern Tips für Ceran-geeignetes Kochgeschirr entgegen. (Dass meine Eltern auf ihrem Ceranfeld mit ähnlichen Töpfen kochen, ohne Probleme zu haben oder nur halbe Leistung nutzen zu können: geschenkt.)
Gefühlt etwas im Stich gelassen hat mich auch der Backofen. Eine Kohlrabi musste weg. Zu groß für eine Mahlzeit. Ein vegetarisches Kochbuch enthält ein Rezept für Möhrenmuffins, das mich schon immer anzog. Kohlrabi geraspelt, sonst weitgehend ans Rezept gehalten. Sogar Dinkelvollkornmehl ist noch da. Vielleicht ist die Feuchtigkeit zu hoch, vielleicht auch nicht. Muffinblech bereitgestellt, Papierformen rein, Teig rein. Ab in den gemäß Rezept vorgeheizten Ofen. 40 Minuten statt der gewohnten 25 und damit auch mind. 10 Minuten länger als im Rezept. Der Teig danach? Außen wundervoll knusprig, innen der Teig nur gerade so durchgebacken und kaum aus den Formen zu bekommen. Eine Lehre. Angesichts des Backblechs, das etwas zu schmal für den Ofen scheint, und auch sonst unvollständigen Equipments verbieten sich weitere Backversuche fast komplett und finden dann auch nicht statt.
Das Vorratsregal ist gut gefüllt, aber zum Einsatz kommen werden die einzelnen im Überschwang gekauften Sachen sicher nicht so bald.
Gut, dass Brot und Belag und Aufstrich da sind ...
Dienstag, 9. Juli 2013
Küchenpraktikum beendet
Sonntag, 7. Juli 2013
Langsame Eingewöhnung
Mittwoch, 19. Juni 2013
Gestern beim Metzger
Samstag, 15. Juni 2013
Noch nicht ganz angekommen ...
Donnerstag, 2. Mai 2013
Von Bienen, Küchenkräutern und Schafen
Im Grunde ist das Imkern zum großen Teil Verwaltungsarbeit, sprich: man kontrolliert die Stöcke und hält den aktuellen Stand schriftlich auf einem Erfassungsbogen fest.
Aber das ist keine Arbeit, die man ungesichert macht, deshalb wurden zuallererst Hauben verteilt und übergezogen. Dann wurden die Anwesenden in zwei Gruppen aufgeteilt, mit Smoker und Meißel ausgestattet und über den Umgang mit den Stöcken aufgeklärt. (Ich war nämlich nicht die einzige, für die dies das erste Mal war.)

Insgesamt waren sieben oder acht Stöcke zu kontrollieren. Los ging's mit einem Stock, der als problematisch notiert worden war - wie sich zeigte, hatte sich das Volk aber "gefangen" und alle Sorgen verflogen angesichts des guten Anblicks sehr schnell.
Nachdem bei diesem Volk noch das eine oder andere erklärt worden war, gingen die zwei Gruppen nun mehr oder weniger selbständig ans Werk, zählten die belegten Rahmen, holten auch mal einen Rahmen heraus, vor allem zur Demonstration: wo sind Larven, wo ist schon Honig, wo sind Waben verschlossen, etc.
Die meisten Völker hatten zwei "Etagen" und wir (meine Gruppe) haben nur beim ersten von uns selbständig kontrollierten Stock die untere "Etage" überprüft, bei den anderen war das gar nicht nötig, denn da sich viel Leben oben abspielte, konnte man davon ausgehen, daß es unten keine leeren Rahmen mehr hatte.

Ein Wort zu den Geräten und dem Vorgehen. Die Völker sind in stapelbaren Styroporbeuten untergebracht, wie man sie meines Erachtens vom Sehen kennt. Das Einflugloch ist an der unteren Beute, ihm sollte man sich als Mensch nicht nähern, denn natürlich gibt es Wächterbienen und diese erkennen (wie alle Bienen) dunkel gekleidete Wesen und Bewegungen sehr gut! Man geht also quasi nur von der Rückseite an den Stock heran. Um einen Blick in den Stock zu werfen, hebelt man zuerst den Deckel auf. Das macht man am besten zu zweit: die zweite Person hält den Smoker bereit. Zwischen dem eigentlichen Deckel und den Rahmen liegt eine Folie auf (und auf dieser der Erfassungsbogen). Während einer die Folie langsam von einer Seite beginnend hochhebt, "benebelt" der andere die sehr schnell nach oben kommenden Bienen mit dem Smoker, um sie zu beruhigen. Im Smoker sind glühende Heupellets oder etwas ähnliches - die oberste Schicht glüht nicht oder nur innerlich - und es riecht ein bißchen wie Lagerfeuer: aus der Nähe sehr penetrant. (Keine Ahnung übrigens, wieviel sich davon in der Kleidung festsetzt.)
Sind Deckel, Papier und Folie zur Seite gelegt, kann man weiter sporadisch den Smoker benutzen oder auch gleich die interessanten Rahmen raushebeln und hochnehmen. Wie gesagt, zu zweit geht es besser; der Einsatz des Smokers kann schon verhindern, daß man plötzlich von vielen Bienen umgeben ist, die nach einem Punkt suchen, an dem sie den Störer "erwischen" können. (Da die Bienen gern auf alle Oberflächen gehen, ohne angriffslustig zu sein, lohnt es sich, vor der Arbeit mit ihnen auch die Socken über die Hosen zu ziehen oder die Hosen über die Stiefel - damit man verhindern kann, daß Bienen im Hosenbein oder an den Schenkeln innen nach oben klettern.)

Wenn von oben gut sichtbar ist, was oder wieviel sich an einem Rahmen tut, braucht man ihn nicht rauszunehmen. Dann zählt man einfach nur die belegten Rahmen und notiert ggf. noch, ob es Honigansatz gibt oder verschlossene Poren oder Drohnen, die bald schlüpfen. Ob bei einem Volk bald eine neue Etage aufgesetzt werden muß, weil in der oberen Etage fast alle Rahmen in Beschlag genommen sind. Letzten Endes ergibt sich aus diesen Informationen dann, ob man damit rechnen muß/kann, daß das Volk auch Honig einträgt oder eintragen wird.
Apropos Honig: dessen Ertrag wird natürlich auch von der Blüte bestimmt. Dieses Jahr ist die Natur verständlicherweise etwas später dran - die Kirschblüte, die im allgemeinen der Start für die Flugsaison der Bienen ist, hatte am Standort der Kästen noch nicht eingesetzt (weiter unten im Tal schon), aber es gibt einen Schwarzdorn und in/an dessen Blüten sind die Bienen an diesem Wochenende zugange gewesen.
Bevor man die Folie wieder auflegt, nimmt man nochmals den Smoker zur Hand, geht damit über die ganzen Rahmen noch mal von oben drüber, um die Bienen dazu zu bringen, sich in den Stock zu "verziehen" - wenn sie oben auf den Rahmen sitzen oder laufen, kann man ja nicht gut zudecken. Wenn die Folie liegt, kann man sie als Schreibunterlage benutzen. Ist man mit den Notizen fertig, wird der Stock komplett wieder geschlossen. Die Dunkelheit im Bienenstock ist wichtig für die Tiere.
Nachdem der Imkernachmittag vorbei war, sind Tino und ich noch mal auf der Wiese auf die Suche nach eßbaren Kräutern gegangen. Der Impuls dazu kam von mir - Schafgarbe hatte ich ja gefunden, Löwenzahn auch - auf die "richtigen" Kräuter wie Giersch, Knoblauchrauke machte mich erst Tino aufmerksam und dann haben wir uns sozusagen "durch die Wiese gegessen". Tino kam dann auch immer wieder mit einer Handvoll von Kräutern an, die unbedingt noch in meine Handfläche passen mußten. Zuhause holte ich dann Knoblauchrauke, Giersch, Schafgarbe und noch zwei andere Kräuter, deren Namen mir sofort wieder entfielen, aus der Tüte. Vielleicht kann sie ja jemand identifizieren?

Ein Teil der Kräuter ist recht schnell in einen Kräuterquark gewandert, ein anderer Teil in einen Salat. Die Reste fanden dann als Ersatz für gekaufte Küchenkräuter Anwendung.
Zum Abschluß des Nachmittags bat ich mir noch einen Besuch bei den Schafen aus. Die schäfliche Damenbande hatte ich nämlich lang nicht mehr gesehen. Im Moment sind alle drei Damen trächtig - auf dem Hof, von dem sie stammen, sind schon Lämmer auf die Welt gekommen; jene wurden mir als "sehr süß" geschildert.

Kurz darauf in der Straßenbahn kam dann die Melancholie - schon im Auto hatte ich die Wege, die ich in den letzten 12 Monaten hin und wieder gegangen war, wiedererkannt und ihnen "Lebewohl" gesagt -; sollte es mit dem Ortswechsel in den nächsten 2 Monaten wirklich klappen, hätte ich am neuen Ort gern wieder einen Naturschutzbund-Ortsverein, dem ich so spontan und sorgenfrei hin und wieder aushelfen kann, ohne an ungeschriebene Verpflichtungen gebunden zu sein. Wie sich bei einem anderen Verein mit ganz anderer Ausrichtung in den letzten 3 Monaten gezeigt hat, ist diese Unkompliziertheit nicht die Regel. :(
Mittwoch, 1. Mai 2013
Blogger schenken Lesefreude - die Gewinner
ich hoffe, Ihr seid gut in den Mai hineingekommen.
Ich habe heute die Gewinnerinnen der Lesezeichen gezogen.
Je ein selbstgestaltes Lesezeichen geht an:
- Sabrina
- Anette alias Katze mit Buch
- Janine von schninskitchen
Liebe Sabrina, bitte melde Dich bis Freitagabend per Mail bei mir, denn ich brauche Deine Adresse.
Ich wünsche Euch einen schönen Rest-Feiertag!
Dienstag, 23. April 2013
Zum Welttag des Buches ...
Da ich das im Vorfeld mal wieder nicht mitbekommen habe und sowieso nicht mit irgendwelchen Firmen oder Verlagen in Kontakt stehe, mache ich spontan was anderes. :-)
Statt eines oder mehrerer Bücher möchte ich drei selbstgebastelte bzw. selbstgenähte Lesezeichen verlosen. In der Größe, wie sie für ein Taschenbuch praktisch ist. Ich hoffe doch mal, daß es unter meinen Leserinnen noch Bücherwürmer gibt, die nicht nur elektronische Bücher lesen. ;)
Stichtag ist der Freitagabend, alle Kommentare bis zum 26.4. 23.59 Uhr kommen in die Auslosung. :-)
Habt einen schönen Tag, egal ob mit einem Buch oder einem Bier oder beidem. ;)
Montag, 18. März 2013
Wie Küchentradition ausstirbt
Der Versuch einer Kurzfassung:
1. Der Cousin und die Freundin reisten drei oder vier Tage vor dem Fest an, mit den Zutaten für die Nudeln im Gepäck. Am nächsten Tag wurde Teig geknetet, der Tisch ausgezogen, um darauf ausrollen zu können (mit Maschine), dann wurde geschnitten und dann alle möglichen Ablageflächen benutzt, um darauf (und auf Pergamentpapier) die Nudeln trocknen zu lassen. Irgendwann mitten in der Nacht wurde ein Teil der Nudeln zusammengeräumt, denn das Jungvolk mußte natürlich auch irgendwo schlafen. Meine Tante fühlte sich spontan an erste Handarbeitsversuche des Cousins zu Grundschulzeiten erinnert (er wollte etwas nähen, hatte aber offenbar keinen Schimmer, wie er es anstellen sollte, so daß er nach jedem Schritt nachfragen mußte).
2. Die Schweinefüße waren ein Spontankauf. Tegut hat ja manchmal welche, im Viererpack. Und das Thema lag damals irgendwie in der Luft. Also hab ich welche gekauft. Und dann gemerkt, daß mein größter Topf nicht groß genug ist für die Länge. So sind die immer noch verschweißten Füße mit ins Elternhaus gereist, wurden dort mit etwas Heimlichtuerei meinerseits im größten Kochtopf versenkt (zusammen mit Wasser natürlich, so daß sie gerade bedeckt waren, und frisch geschnittenem Suppengemüse). Immerhin haben meine Eltern tatsächlich einen Topf, der diese Mengen faßt ... Die Füßlein kochten ca. 2 Stunden, dann waren sie gar - jedenfalls löste sich das Fleisch vom Knochen. Wenn wir sie in dem Zustand abgeknabbert hätten, wäre es lecker gewesen. Aber es war ja schon später Abend. Und so schüttete ich die Brühe nur weg und tat die Füße in einer Auflaufform in den Kühlschrank. Am nächsten Tag, kalt, schmeckten sie natürlich nicht mehr so richtig. Und als wir dann im besagten Gasthaus saßen, verkündete meine Mutter dann mit voller Überzeugung, daß man doch wisse, daß man die Brühe nicht wegkippt, sondern zum Geleekochen nimmt. Woher sie das wisse, fragte ich daraufhin, leicht gereizt. Ja, das stünde doch in Büchern und so. Vielleicht hatte sie es auch im Hausarbeitsunterricht gelernt, ich weiß es nicht mehr. Jedenfalls hatte ich im Vorfeld einige Schweinsfußrezepte studiert und mir dann die mir am leichtesten erscheinende Zubereitungsart herausgesucht - mir ging es ja um die Zutat, nicht um irgendein Ergebnis, das möglicherweise eh nicht geschätzt wird.
Jedenfalls war das dann - auch mit dem Rückblick auf das vergangene Weihnachtsfest - irgendwie augenöffnend und beschäftigt mich auch jetzt noch. Einen Teil meiner Gedanken hatte ich in einen Vortrag bei den Toastmasters gegossen, ohne dort eine Diskussion zum Thema Küchentraditionen anstoßen zu können - vielleicht hätte ich gleich darüber hier bloggen sollen.
Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, fallen mir viele Feste ein, die in kleinerer oder größerer Runde verbracht wurden. Mein Großvater mütterlicherseits war ein sehr geselliger Mensch, sobald Freunde auftauchten, wurde groß aufgekocht (teils von ihm selbst, teils von der zweiten Ehefrau). An warmen Sonntagen kamen die Töchter mit ihren Familien und wir saßen alle auf der Terrasse und aßen Kuchen oder Eis (es war damals ja die Zeit der Eisbomben) - oder man versammelte sich im Garten des 6-Parteien-Mietshauses, das wir zu der Zeit noch mitbewohnten, und Kaffee und Kuchen wurden dort serviert. Ähnlich verhielt es sich bei Besuchen bei der Oma väterlicherseits, auch hier standen immer Kuchen und leckeres Essen auf dem Tisch. Die Weihnachtstradition umfaßte damals einen Besuch bei selbiger Oma, inkl. großem Gänseessen: für 3 Erwachsene und 2 Kinder eine ganze Gans, gefüllt mit Beifußstangen und Äpfeln, dazu Klöße, Rotkohl und Grünkohl (weil meine Eltern und dann auch wir Kinder unterschiedliche Vorlieben hatten), als Nachtisch Obstsalat, zum Kaffeetrinken 2-3 Stunden später Stollen (auch von der Oma selbstgebacken). Im elterlichen Haushalt wurde (vermutlich) etwas einfacher gekocht, in Erinnerung kommen mir Eierkuchentorten (Eierkuchen geschichtet und wie eine Torte aufgeschnitten, mit Apfelmus gegessen), Waffeln, frisch vom Waffeleisen (das ins Öl getaucht wurde, bis der Teig sich von ihm löste), aber auch ein Besuch von zwei Koreanern (oh, wie hab ich mich damals auf den Reis, den es bei uns sonst eher nicht gab, gefreut).
Was mir heute in der Erinnerung fehlt: Momente, in denen ich in der Küche geholfen hätte, in denen irgendeins von uns Kindern in der Küche geholfen hätte. Ohja, wir sind während der Zubereitungszeiten teilweise in den Küchen herumgeschwirrt, manchmal mußten wir ja auch Geschirr ins andere Zimmer tragen. Klar, wir durften Schüsseln und Töpfe auslecken und Kuchenränder kosten. Bei der Zubereitung geholfen haben wir jedoch nie, diese Aufgaben lagen bei den Erwachsenen.
1990 ergab es sich, daß ich mittags nicht mehr in der Schule aß, in der Zeit habe ich dann angefangen, mittags selbst zu kochen (wobei Kochen hier vielleicht der falsche Begriff ist, ich habe via "try and error" gelernt, wie man frisch aus dem TK geholte Fischstäbchen nicht verbrennt, und aus den Resten von Vortagen seltsame Reispfannen produziert). Ich erinnere mich, daß eine Klassenkameradin erzählte, sie habe mit 9 oder 10 gelernt, wie man Spaghetti kocht. Ich war eine Zeitlang darauf sehr neidisch - wie ich das behoben habe, weiß ich nicht mehr.
In dem Alter fing ich dann an, Rezepte zu sammeln, es blieb aber größtenteils bei der Träumerei, denn Mithelfen beim Kochen war immer noch nicht drin. Vielleicht haben wir auch nicht offensiv genug gefragt. Rückblickend denke ich: Im Grunde gab es ja keine Notwendigkeit, uns einzubeziehen, schließlich konnten die Erwachsenen doch gut kochen.
Mit dem Umzug nach Hessen nahm die Besuchsfrequenz zwangsläufig ab, aber (zunächst) nicht die Qualität des von den Großeltern aufgetischten Essens. Meine ganztägig arbeitenden Eltern entdeckten jetzt allerdings Gemüsedosen und Tiefkühlprodukte, eine Zeitlang haben meine Schwester und ich unser Mittagessen auch mit Aufgußmahlzeiten bestritten. Es wurde nicht mehr so gekocht wie in Dresden, aber es war auch okay. Nur wurde meines Erachtens jenes Altersfenster, in dem wir grundlegende Küchenhandgriffe hätten lernen können, weiter völlig ignoriert.
Gegen Ende der 1990er-Jahre zog im Elternhaus die Trennkost ein. Alte bekannte Gerichte kamen auf die Abschußliste, ohne daß meine Schwester oder ich ihre Zubereitung gelernt hätten. Im Prinzip war das der Anfang vom Ende der alten Küchentradition. Wenige Jahre später starb mein Opa, das Haus mit dem legendären Garten wurde verkauft, der Kontakt zur zweiten Ehefrau brach ab, weil sie bei den Töchtern in Ungnade fiel. Parallel meldeten sich bei meiner Oma die ersten altersbedingten Krankheiten - ihre Finger wurden weniger beweglich, sie selbst weniger kräftig. Die Weihnachtstafelei bei ihr wurde getauscht gegen Restaurantbesuche, ein- oder zweimal hat mein Vater sich an einer Gans versucht und auch am Stollen. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie lange das her ist - zehn Jahre vielleicht? Ein- oder zweimal saß man am 1. Weihnachtsfeiertag bei der Schwester meines Vaters. Inzwischen wünscht diese keine gemeinsamen Weihnachtsessen mehr. Meine Schwester war zu dem Zeitpunkt auch schon ausgezogen, nahm nicht mehr an den Weihnachtsfeiern in Dresden (die seitdem im Haus meiner Tante stattfinden) teil. In der Familie meines Onkels wird immer noch die Tradition hochgehalten, daß man am 1. Weihnachtsfeiertag zum Gänseessen zusammenkommt. Da diese Leute mit uns nicht verwandt sind, gehören ich und meine Eltern nicht dazu. Aus Rücksicht auf diese Tafelei gibt es am 24. nur leichtes Essen - früher Würstchen mit Kartoffelsalat, inzwischen kaltes Essen, eine gehobene Version von "Schnitte auf Brot". Zwischen all diesen Stühlen sitzend hatten meine Eltern und ich uns zumindest für den 1. Weihnachtsfeiertag bisher irgendwie einen Platz im Restaurant organisieren und dort zumindest eine Gänsekeule essen können. Letztes Jahr sind wir auch daran gescheitert.
Das wäre alles nicht so schlimm, wenn ich das in eigenen vier Wänden ausleben könnte. Kann ich ja aber auch nicht. Und die Mitesser fehlen nach wie vor. Ich habe Anfang des letzten Jahres ja einige Male fremdgekocht. Offenbar nicht zur Begeisterung des Hausherrn, sonst hätten wir das ja nicht auslaufen lassen. Im elterlichen Haushalt muß ich mich mit den dortigen Eßgewohnheiten arrangieren. Jeder Kuchen, jedes Brot wurde kritisch beäugt, wie ich denn auf die Idee käme, das essen zu wollen oder zu müssen, Kohlenhydrate sind doch böse! Inzwischen beherrschen sie sich da etwas, trotzdem ist mir die Lust vergangen.
Vor zwei Wochen war ich dann mal in Basel. Bei der Schwester. Zeitgleich mit meiner Mutter. Ich weiß nicht, ob ihr die Ideen, mir Kohlenhydrate austreiben zu wollen, ausgingen. Jedenfalls wurde ich ernsthaft gefragt, ob ich denn wirklich Honig in den Tee haben müsse, jeden Tag wieder. Ihr wäre es lieber, ich tränke den Tee ohne! Am letzten Vormittag brachte ich das Gespräch dann auf unsere unterschiedlichen Kochgewohnheiten. Man muß dazu sagen: meine Schwester kocht nicht, das ist des Gatten Metier, da will er niemanden um sich haben. Das mit der Privatsphäre geht so weit, daß er sich, so wurde mir berichtet, möglichst wenig in der Wohnung aufhält, wenn meine Mutter da ist. Man kann das ihrem zunehmend subtil-herrischen Wesen zuschreiben - oder der Tatsache, daß sie, bevor sie kommt, vorkocht. (Zum Zeitpunkt meines Besuches war er bedingt durch eine Seminarveranstaltung in einer anderen Stadt.) Im Prinzip hat also meine "allwissende" Mutter während ihres Aufenthalts dort die Küchenregie. Als ich sie dann darauf ansprach, daß meine Generation vieles in der Küche gar nicht gelernt hat, meinte sie nur: "Ja, ihr wollt das, glaube ich auch gar nicht so machen, ihr kocht eben anders." Wir hätten das übrigens nicht in der Breite diskutiert, wenn ich nicht eigene Ideen für das Essen bei meiner Schwester gehabt hätte, die auf einem Sonntagsspaziergang im Vorfeld nacheinander verworfen wurden.
Und ich bin dann jedes Mal völlig paralysiert, wenn ich, wie neulich bei Eline, von den Feinheiten des Fleischkaufes lese und in Gedanken die Umsetzbarkeit diskutiere. Mein TK-Fach hat zwei Sterne, ist also strenggenommen kein TK-Fach. Der Kühlschrank zu klein bzw. von meinen sonstigen Vorräten zu voll, um vorgekochtes aufzubewahren. Vorkochen hab ich im Studium nicht gelernt, einen (kleinen oder größeren) Topf oder eine ebensolche Pfanne gleich leerzuessen vermeidet langfristigeren Streß. Einkaufen allein ist für mich ja leider auch schon Streß. Da haben dann natürlich Schmorgerichte keinen Platz. Zumal ich mich eh nicht mehr wirklich an den Geschmack der in der Kinderzeit gekochten Nierchen erinnern kann - an anderen Fleischgerichten aus dieser Zeit fallen mir nur noch Brathähnchen und Rouladen und gefüllte Paprikaschoten ein. Hähnchenflügel im Ofen zu braten, bekomme ich inzwischen hin, für den Rest habe ich zumindest theoretisch Rezepte. *seufz*
Ich habe im Januar mal auf einem Kinderkochkurs mitgeholfen. Ca. 20 Kinder zwischen 5 und 10, die bei verschiedenen Arbeitsschritten mithelfen sollten/durften. Die Portionen für die Jüngeren von ihnen zu groß, sodaß viel Essen im Abfall landete. Ich hatte wenig Begegnung mit den einzelnen Kindern und weiß daher nicht, wie es bei ihnen daheim läuft. Aber im Grunde genommen tun sie mir leid. Da kommen also Kinder in einem Alter, in dem man eher noch nichts oder wenig in der Küche macht, in so einen Kurs und übernehmen Teilschritte bei der Zubereitung von Gerichten, die nur eingeschränkt alltagstauglich sind und selbst manchen Erwachsenen etwas abverlangen. Oder wegen diesem und jenem nicht gegessen werden. Ein Highlight für den Moment. Aber letztlich das Gegenteil von aktiver Teilnahme an der Essenszubereitung, wenn die Kinder sonst nicht einbezogen werden.
Donnerstag, 17. Januar 2013
Die Kapitulation
Nun haben in den letzten Tagen sowohl Arthurs Tochter als auch Shermin über etwas aus dem Bereich "persönliches Mißempfinden" gepostet, was mich zu längeren, möglicherweise nicht angemessenen Kommentaren bewegt hat. Ich weiß nicht, ob diese Kommentare unter den eigentlichen Beiträgen, die hier und hier nachgelesen werden können, überhaupt erscheinen werden oder sollten oder ... schließlich birgen beide Sprengstoff, und überhaupt: wer hat mich denn eigentlich nach meiner Meinung gefragt?
Ich hätte ja auch einfach meinen Mund halten können. So im übertragenen Sinne. Im "normalen Leben" (also den Kommunikationssituationen, bei denen keine Schrift ins Spiel kommt, "klappt" das ja auch).
Mitten in diesen Tagen feiern andere Blogs den 7. Jahrestag und/oder beginnen einen neuen Vergleich ihrer Fotoausrüstung.
"Fotoausrüstung? Welche Fotoausrüstung?" schießt mir spontan in den Kopf. Achso ja, es gibt da eine kleine silberne Canon Powershot, die - erneut ausgepackten Umzugskisten sei Dank - wieder aufgetaucht ist und seit September auch ein Smartphone (HTC One S), das natürlich auch Fotos machen kann. Im November hab ich dann auch rausgefunden, daß man die gemachten Fotos auch auf den Rechner übertragen kann, ohne sie auf Twitter zu posten (sic!).
Von Bildqualität muß ich hier nicht reden, die gibt es auf diesem Blog nicht, hat es nie gegeben. Hätte nicht so sein müssen, ist aber einem tieferliegenden Problem geschuldet: meiner ganz allgemeinen Arbeitsweise, die - leider - auch ganz oft eine schludrige ist oder zumindest äußerlich so wirkt.
Das ist eine Sache, die man ignorieren kann; ich bin aber eigentlich schon lange aus dem Alter, in dem man sich selbst findet, hinaus. Ich könnte oder sollte eher der nächsten Generation eine Stütze sein, rein altersmäßig, meine ich. Nun, die nächste Generation gibt's anderswo. Und manchmal denke ich, sie hätte mich besser nie kennengelernt. Wie soll ich denn jetzt noch verhindern, daß sie von meinen Schwächen erfährt, also den Dingen, die in meinem Leben schieflaufen oder schiefgelaufen sind?
Schaue ich auf die jetzt bald 3 Jahre zurück, die dieser Blog bereits besteht, fällt mir auf, daß ich im ersten Jahr am aktivsten war, danach ist er öfter stillgelegen. Teilweise zur Sprache gekommen ist dann, dass ich auch arbeiten ging. Die wiederholten Versuche, den Blog wieder zum Leben zu erwecken. Die innerlich mit zunehmendem Druck bohrende Frage, was ich damit noch will, was ich in der Blogger-Gemeinschaft will, ein Fragenkatalog, der sich anderen nicht täglich stellt, mir aber schon. Und dann war einfach immer öfter die Kraft für die Selbstpräsentation, die man in einem Blog betreibt, verbraucht. Wenn ich erschöpft bin, werde ich pessimistisch, vielleicht auch zickig, wie man es auch immer nennen mag ...
Lange Rede, kurzer Sinn. Ende Februar 2010 habe ich mein Studium abgeschlossen, mich zwei oder drei Monate später zu Ende März 2010 rückwirkend exmatrikuliert, bis Mitte März 2011 einen Job gesucht, dann einen Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma abgeschlossen, der Ende Januar 2012 auslief. Von Februar bis April 2012 war ich dann noch einmal am selben Arbeitsplatz tätig, aber unter anderen Bedingungen (befristete Anstellung in einem Beratungshaus). Anfang Mai 2012 habe ich eineinhalb Wochen in Stuttgart gearbeitet, danach wollte man mich lieber nicht mehr. Mitte Juli dann doch wieder eine Zusage, auch wieder ein Beratungshaus. Ab Anfang September. Eigentlich Außendienst, jedenfalls teilweise. Nach dem ersten Meeting mit einem Kunden, in dem ich mich ebenso wenig wachhalten kann wie in den ersten Tagen in Stuttgart, gibt's keine Außendiensttätigkeit mehr. Und mangels kurzfristiger medikamentöser Einstellbarkeit kapitulieren der Arbeitgeber und ich jetzt und beenden das Arbeitsverhältnis zum Ende der Probezeit. Weil Backoffice auch nicht vorgesehen ist.
Theoretisch hätte ich ab Mai wieder bloggen können, stattdessen hab ich mich bei Facebook angemeldet. Und noch im November viel Zeit reingesteckt, weil weder ein Mensch noch genug zu tun da war, um das zu verhindern. Ich hätte auch wieder in Ruhe einkaufen gehen und abends kochen können. Stattdessen habe ich mir selbst den Tagesablauf zerrissen, weil mich die Wohnung von der Arbeit ablenkte, obwohl es doch anders herum hätte sein müssen. Weil ich, wenn dann doch mal, mit viel größerer Angst als seit langem an einem Arbeitsplatz vor den Rechnern saß, als für sinnvolle Arbeit ertragbar gewesen wäre. Mir war aufgetragen worden, den Leerlauf zum Lernen zu nutzen, und ich konnte es nicht. Drüber geredet hab ich auch nicht, denn a) waren alle außer mir stark beschäftigt und b) denkt man ja doch: beiß die Zähne zusammen, es wird irgendwann besser.
Am Neujahrstag der Entschluß, die Wohnung auf Vordermann zu bringen. Etwas kontraproduktiv wandern Umzugskisten wieder aus dem Keller nach oben, die zwar ausgepackt, deren Inhalt aber noch nicht ausgemistet ist. Meine Wohnung so vermüllt wie noch nie. Und dann die Nachricht, daß das Arbeitsverhältnis gekündigt würde. Daß ich mich meinen Schwächen stellen solle. Das wird alles noch so positiv wie möglich formuliert. Das seit Mitte November verschriebene Methylphenidat Hexal, das im Falle einer Aufmerksamkeitsstörung helfen könnte, ist gerade erst gegen Medikinet adult (selber Wirkstoff, andere Dosierung, Kapseln statt Tabletten) ausgetauscht worden. Wir versuchen es mit einem Streßtest: in eine Konferenz anderer Kollegen zu einem mir fremden Thema werde ich hineingesetzt, ohne wirklich mitreden zu dürfen oder zu können. Am ersten Tag verläßt mich meine Kondition genau sieben Stunden nach Einnahme des Medikaments. Am zweiten Tag nehme ich es später und werde doch früher schläfrig. Da ich ja nicht mitreden konnte, hatte ich mich einer anderen Aufgabe gewidmet, dem Lernen eben, weil ich in den Tagen zuvor dann doch mal gut reingekommen war. Mein Chef sitzt neben mir und ist so ins Thema vertieft, daß er es nicht mal mitbekommt, daß ich mal nicht "da" war. Dabei fehlte mir mehr als eine halbe Stunde, in der sich Wach- und Nicht-Wach-Phasen abgewechselt hatten.
Medizinisch ist jetzt wieder alles offen. Ich habe zwar eine Diagnose "Asperger-Syndrom" (seit Juni 2011, gestellt vom Uniklinikum Freiburg) und auch Merkmale, die auf ADS hindeuten. Schlafähnliche Zustände sind bei beidem nicht typisch, lassen sich so, wie sie bei mir auftreten, am ehesten noch als Epilepsie klassifizieren. Wer jetzt das Stichwort Narkolepsie in den Ring werfen möchte, dem sei gesagt: ich hatte im Juli 2011 eine stationäre Schlafüberwachung, Narkolepsie wurde daraufhin ausgeschlossen. Zu einer Epilepsiediagnose wäre es wohl auch nicht gekommen, wenn ich nicht am Tag nach der Schlafüberwachung bei einer EEG-Aufnahme am frühen Nachmittag (eine klassisch gefährliche Zeit) doch mal kurz abwesend und eine Veränderung der Gehirnströme sichtbar gewesen wäre. Das daraufhin verschriebene Antiepileptikum - ein Lamotrigin-Generikum, vom Wirkstoff her noch eins der "harmlosen" Medikamente - hat mir vor allem einen starken Hautausschlag beschert; daß ich die im Rahmen einer Übergabe unserer Arbeitsgebiete mehrmals wöchentlich stattfindenden Telefonate hätte ignorieren können, kann ich nicht sagen. Mehr oder weniger eigenmächtig habe ich das Medikament im Januar abgesetzt, nachdem ich es aus Vergeßlichkeit über die Weihnachtsfeiertage eh nicht in der vorgeschriebenen Dosis genommen hatte.
Zurück zum Zustand meiner Wohnung: ich habe in den letzten Tagen Uni-Unterlagen ausgemistet und auch Kochzeitschriften. Das heißt, die Rezepte habe ich noch, der Gedanke war auch mal da, diese ebenfalls wegzuwerfen. Nachdem ich ca. 3 Jahre lang Hefte von Effilee und Essen&Trinken gesammelt habe. Ein Schicksal, das auch diverse Jahrgänge zweier Amateurfunkzeitschriften teilen werden (von denen nur eine quasi kostenlos für mich ist/war *seufz*). Schon wieder so ein Aspekt von mir, bei dem man an meiner geistigen Reife zweifeln könnte. Ich bin mir nämlich gar nicht mehr sicher, ob das unter Zielstrebigkeit oder Leichtsinn fällt, diese Zeitschriften erworben zu haben, obwohl aktuell keine Verwendung da ist (okay, Effilee ist informativ, aber Rezepte, die ich nicht nachkoche, weil keiner zum Mitessen da ist und/oder das Equipment fehlt?!?). Und dann habe ich irgendwann in den letzten Tagen auch die Daseinsberechtigung des Blogs in Frage gestellt. Weil der Bedarf, mich mit anderen Kochbloggern zu vernetzen, nicht mehr da ist. Ich kenne die Adressen derjenigen Blogs, die mir wichtig sind. Mit dem Mitlesen hat es etwas nachgelassen, da war die Konkurrenz seitens Facebook zu groß. Ich bin allerdings rezeptemäßig auch gesättigt. Und welche Rolle ich dem Kochen in meinem Leben einräumen will, weiß ich immer noch nicht. Der Satz klingt jetzt sogar in meinen Ohren seltsam, da ich Kochen und Essen eigentlich nur für eingeschränkt planbar halte, aber ich habe offenbar auch ganz starke Probleme mit vielen exekutiven Aufgaben, die im Alltag anfallen. So ganz unbewußt war mir das nie, aber ich bin kurz davor, zu kapitulieren und der Aufforderung nachzugeben, mich weniger auf Dinge einzuschießen, die ich eigentlich nicht kann.
Wie ich unter den Umständen eine neue Arbeit, eine neue Wohnung und evtl. familiären Anschluß finden soll, ist mir ein Rätsel.
Es wird also - sofern der Blog nicht gänzlich von der Bildfläche verschwindet - hier weiterhin still bleiben.
Im Anschluß daran könnte ich dann ja eigentlich auch mein Facebook-Profil wieder löschen.















