Schließlich hätte ich nach einem anderen Rezept suchen können.
Genug der Vorrede. Der echte Dilettantismus kommt nämlich erst noch: die Beilage.
Gemäß meiner Kindheitserinnerung - und überhaupt dem guten Ton - hätten es Kartoffeln sein müssen. Aber in meiner Küche herrscht nur selten "guter Ton" und beim Einkaufen gehen Fragen wie "paßt das noch in Kühlschrank/Vorratsschrank?" oder "will bzw. darf ich jetzt wirklich dieses Lebensmittel kaufen?" vor. Den unbefangenen Umgang mit Lebensmitteln, der vor einem Jahr noch hier herrschte, habe ich eingebüßt, der hat sich einfach aus dem Staube gemacht. Und deswegen wird gerade jeder Eintrag wieder zur Überwindung und in der Küche stapelt sich unverarbeitetes Gemüse.
Genug gejammert. Ich habe also zwei Eier gekocht, gute 10 Minuten lang, und abgeschreckt (anscheinend aber nicht gründlich genug). Habe eine Zwiebel geschält und in etwas geschnitten, was an Würfel erinnert. Habe die Zwiebelwürfel in Öl angebraten, mit Weißweinessig abgelöscht und mit Fleischbrühe (sprich: 500ml Wasser und einem Brühwürfel *schäm*) einkochen lassen. Auf etwa 200ml, die auch nach der Zugabe von 3 Teelöffeln süßem Senf noch erschreckend suppig sind. Koste die beim Abgießen von der Sauce getrennten Zwiebelstücke und beschließe, daß sie mit zurück ins Essen dürfen. Lege die Eier auf parallel dazu gekochte Spaghetti und übergieße sie mit der Brühe und ein paar Zwiebelchen. Für's Foto. Zum Essen darf dann die ganze Zwiebelpracht mit auf den Teller.
Fazit: die geschmackliche Richtung stimmt, Eier und Sauce harmonieren gut, Spaghetti sind nicht mal ansatzweise ein adäquater Ersatz für Kartoffeln, da man sie nicht in der Sauce zerdrücken kann.
Daß der Artikel heute so spät erscheint, liegt übrigens daran, daß ich mir nicht sicher war, ob ich das so posten will. Aber zum Kochen fehlte heute mittag auch die Motivation ...