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Montag, 27. September 2010

Sonntagsbrot: Dinkelweißbrot nach Bäcker Süpke

Erinnert sich noch jemand an diesen Post?

Ich hatte mich im Vorfeld bei Twitter laut gefragt, was ich denn backen könnte. Ulrike hatte damals nicht nur das Honig-Ingwer-Brot vorgeschlagen, sondern auch das Dinkelweißbrot nach Bäcker Süpke. Außerdem folgten noch ein Rezept für Schokoladenpudding und, schnell hingetwittert, eines für Vanillepudding, die ich eigentlich auch schleunigst mal nachkochen muß. Wenn ich denn mal Vanilleschoten im Supermarkt finde ...

Gestern war also das Dinkelweißbrot an der Reihe. Geplant war die Backaktion eigentlich für den Samstag, aber da ich am Freitag keinen Vorteig angesetzt hatte ...

Am Samstagabend wurde dann schnell noch mal Mehl eingekauft - klassisches Dinkelmehl, nicht die 630er-Version. Selbstüberschätzung und so.

Aus 200g Dinkelmehl, 1g Trockenhefe, 5g Salz und 200ml Wasser habe ich einen Vorteig angerührt, diesen eine Stunde lang im mäßig warmen Zimmer anspringen lassen und anschließend in den Kühlschrank verfrachtet.

Am nächsten Tag nachschauen: es blubbert leicht. Ulrike, die zufällig (?) online ist, und ich sind begeistert. Es lebt!
Ab zurück in den Kühlschrank damit!

Dann ging es - ohne Teig natürlich - erstmal in den Odenwald. Meerfantasie und ich wandeln den Otzberg hinauf und nach einem Besuch in Restaurant und Museum auch wieder hinunter. Leckerer Zwiebelkuchen, salzarme Bratkartoffeln. Ich argwöhne, ob der Wirt oder der Koch gewechselt hat. Ende Juli haben die Bratkartoffeln besser geschmeckt und ausgesehen.

Wieder daheim, arbeite ich nach einer kleinen Pause am Teig weiter, bringe Haupt- und Vorteig zusammen (den Hauptteig hatte ich aus 500g Dinkelmehl wie oben, 4g Trockenhefe, ca. 15g Pflanzenfett, 10g Salz, 250 ml Wasser angerührt) und vermöbele das Endergebnis mit dem Holzlöffel. Melde mich im Schlößchen an, daß ich mich jetzt auf den Weg mache. Ulrike ist schon wieder oder immer noch online und gibt weitere gute Tips. Ich weiß jetzt auch, was mit Garen gemeint ist. :)

Im Schlößchen fette ich zwei Backformen, rühre den Teig noch einmal durch und merke: eine Form hätte es auch getan. Also kommt der Teig in seiner Gesamtheit in eine einzige Form. Ich träufele 6-7 Eßlöffel Wasser über den Teig und stelle ihn auf die - nicht angeschaltete - Heizung. Knappe 50 Minuten darf er so ziehen (von einer Volumenzunahme habe ich nichts gemerkt), dann kommt er in den 200 Grad heißen Backofen.

In der Zwischenzeit bereitet der zur Zeit einzige Schlößchenbewohner ein Abendessen zu, das wir zu uns nehmen, während der Backofen seine Arbeit verrichtet. Ich gucke ab und zu nach dem Brot. Dampfentwicklung ist keine zu sehen, ich verzichte trotzdem darauf, die zweite Backform mit Wasser in den Ofen zu stellen.

Als nach 40 Minuten der Küchenwecker klingelt, gebe ich dem Brot noch zehn Minuten zusätzliche Zeit, da es an der Oberfläche noch recht hell ist. Das zahlt sich aus, das Brot ist gut durchgebacken, jedenfalls sprechen Oberfläche und Stäbchentest dafür. Also raus aus dem Ofen und zum Abkühlen aufs Rost. Nach dem Auskühlen kann ich auch endlich fotografieren:



Ich überlasse es dem begeisterten Hausherrn, zu entscheiden, wieviel er vom Brot behalten will. Doch er teilt genau mittig. Zeit für ein Foto von der Krume:


Mit (leider nicht von mir) selbstgemachter Stachelbeerenkonfitüre:



Fazit: tolles Rezept, mit dem ich sicher zur Wiederholungstäterin werde, nicht nur wegen des guten Geschmacks. Ich muß ja auch den anderen Schlößchenbewohnern das Rezept noch vorstellen.

Mittwoch, 22. September 2010

Dinkelnudeln im Eigenbau

Manche Ideen müssen reifen, davon bin ich seit heute überzeugt.

Ich habe ja die letzten Monate diverse Foodblogs mitgelesen. Ohne handgemachte Nudeln, so kann man dabei lernen, geht es eigentlich nicht. Claus jagt mittags zur Entspannung mal eben Nudelteig durch die Maschine, wenn für nix anderes Zeit ist (siehe hier und hier. Bei Robert gibt es sogar einen ganzen Pastakurs. Über Eline sag ich jetzt mal nix, bei ihr hab ich mich ja in den Kommentaren schon zu dem Thema ausgelassen.

Jedenfalls ist das wie ein Virus. Oder eher, als würde jemand hinter Dir stehen und jeden Tag ein bißchen lauter sagen: mach es!

Tja, und dann geht die Rezeptsuche los!
Und ich ärgere mich, daß ich hier zwar ein Rezept mit, aber nicht für Dinkelnudeln finde. Nudeln machen ist doch schließlich schwer, sonst würde das ja jeder machen, deswegen braucht man auch unbedingt ein Rezept. Oder?

Getragen von einer gewissen Endzeitstimmung, die aus dem Nahen des auf mich magisch wirkenden Datums 23. September resultiert, fiel dann gestern die Entscheidung, ausgehend von diesem Rezept einen Versuch zu starten. Dinkelmehl 630 und Dinkelgrieß hatte ich Anfang des Monats vorsichtshalber schon mal gekauft. Zur Not hätten beide als Zutaten für Backwaren enden müssen.
(Ich habe übrigens auch im italienischen Supermarkt nach DeCecco-Mehl gesucht, ohne Erfolg.)

Ich mische also je 200g Dinkelmehl und Dinkelgrieß miteinander, gieße 200ml Wasser dazu und vermenge alles. Der Teig fühlt sich grisselig an (der Grieß halt), hat aber eine gute Konsistenz. Ich wickele das Teigstück in Folie und lasse es gute 2 Stunden im Kühlschrank.

So sah es danach aus:


Ich "breche" erstmal ein Viertel ab, noch im Unklaren, wie daraus jetzt dünner Teig wird, den man zu Nudeln schneiden kann.


Es folgt der Punkt, an dem ich vom oben verlinkten Rezept abweiche und auf das Bemehlen des Arbeitsbrettes verzichte. Der Teig hat mir das nicht gedankt.


Also Mehltüte aus dem Schrank holen, etwas Mehl um die Kanten streuen und versuchen, das Teigstück abzukratzen. Als große Hilfe dabei erweist sich schließlich der Pfannenwender. Zwischendrin hätte fast auch das Schild einer Weinflasche dran glauben müssen, denn auf der Suche nach einem geeigneten Nudelholzersatz kam mir diese auch in den Sinn. Leider wollten Teig und Schild allzugute Freunde werden ... gut, daß ich wenigstens einen Stahlschwamm habe ...

Also kommt jetzt großzügig Mehl aufs Brettchen und ich starte einen neuen Versuch. Diesmal darf der Meßbecher helfen. Das geht jetzt sogar ganz gut, jedenfalls solange, bis der Meßbecher an seine größenmäßigen Grenzen stößt. Ich behelfe mir, indem ich für die letzten 5 Minuten Ausrollen den Stiel eines Holzlöffels nehme - die Löffelfläche darf dabei über den Rand des Brettchens, der gleichzeitig der Rand des Küchenschranks ist, hinausragen. Voila, die "Schuhsohle", ca. 1mm dick:


Hier isse schon halb zerschnitten:


und hier ganz:


Im Topf nach gut 5 Minuten Kochen:


Auf dem Teller mit etwas selbstgemachtem Pesto:


Mit Absicht nur eine Probierportion, da ich heute abend noch eingeladen bin. Ich hätte es einfach nicht mehr bis morgen ausgehalten.

Die Nudeln schmecken etwas nach dem Grieß, das läßt sich wohl ebensowenig vermeiden wie das für Grieß spezielle haptische Gefühl. Ansonsten können die Nudeln problemlos mit der Kaufware mithalten.
Das Problem mit der Suche nach einem eisenmangeltauglichen Nudelrezept ist also erstmal gelöst.

Montag, 13. September 2010

Dinkel am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen ...

... zumindest hoffe ich das. :)
Eine Woche nach meiner letzten Infusion steht heute wieder ein Bluttest an.
Da helfe ich doch gern noch mal mit Dinkelgebäck nach, besonders, wenn noch Äpfel im Kühlschrank sind, die auch wegmüssen.

Also mische ich aus 2 Eiern, 8 gehäuften Eßlöffeln Dinkelmehl, 2 Päckchen Vanillinzucker einen Teig, schäle, entkerne und reibe 3 kleine Äpfel und rühre sie unter den Teig. In der Pfanne darf Keimöl heißwerden, dann backe ich die Apfelpuffer in 3 Schichten aus.

Die erste Ladung auf dem Teller:


Die zweite Ladung in der Pfanne:


Alle Puffer zusammen auf dem Teller:



Das Originalrezept stammt immer noch von Jutta. :)

Ich wünsche Euch einen schönen Start in die neue Woche!

Sonntag, 22. August 2010

Fremd- und Nachgebacken: Dinkelbrot ohne Hefe

Ich hatte gestern die Gelegenheit, einen fremden Backofen zum Brotbacken mitnutzen zu dürfen.
Also schnell am Freitagabend ein Rezept gesucht, am Samstagmorgen dann schweren Herzens die Entscheidung getroffen, nicht auch noch Zimtschnecken zu machen (*schnüff*), Teig zusammengerührt und in Richtung Backofen getragen.

Das Rezept findet Ihr hier bei der Dinkelhexe, das Ergebnis (bzw. die Hälfte davon) sieht, wenn man unter den Teig Sesam mischt, so aus:



Mein neues Lieblings-Brotgrundrezept. :)

(Und jetzt geht es an den anderen Baustellen weiter. *wink*)

Dienstag, 13. Juli 2010

Rohkostsalat mit Dinkel

Für eine hungrige Meute von 6-8 Personen werden etwa 200g Dinkel über Nacht eingeweicht und im Laufe des Folgetages in frischem Wasser mit etwas Salz weichgekocht (dauert zwischen 30 und 60 Minuten). Wenn der Dinkel genügend abgekühlt ist, werden eine geraffelte Kohlrabi und zwei kleingeschnittene Tomaten untergemengt. Dazu kommen dann noch, ebenfalls kleingeschnitten, etwas Schnittlauch und Dill sowie ein halber Becher saure Sahne und natürlich Salz und Pfeffer. Alles wird miteinander vermischt, ggf. noch einmal abgeschmeckt und dann ist der Salat auch schon fertig.