Schließlich hätte ich nach einem anderen Rezept suchen können.
Genug der Vorrede. Der echte Dilettantismus kommt nämlich erst noch: die Beilage.
Gemäß meiner Kindheitserinnerung - und überhaupt dem guten Ton - hätten es Kartoffeln sein müssen. Aber in meiner Küche herrscht nur selten "guter Ton" und beim Einkaufen gehen Fragen wie "paßt das noch in Kühlschrank/Vorratsschrank?" oder "will bzw. darf ich jetzt wirklich dieses Lebensmittel kaufen?" vor. Den unbefangenen Umgang mit Lebensmitteln, der vor einem Jahr noch hier herrschte, habe ich eingebüßt, der hat sich einfach aus dem Staube gemacht. Und deswegen wird gerade jeder Eintrag wieder zur Überwindung und in der Küche stapelt sich unverarbeitetes Gemüse.
Genug gejammert. Ich habe also zwei Eier gekocht, gute 10 Minuten lang, und abgeschreckt (anscheinend aber nicht gründlich genug). Habe eine Zwiebel geschält und in etwas geschnitten, was an Würfel erinnert. Habe die Zwiebelwürfel in Öl angebraten, mit Weißweinessig abgelöscht und mit Fleischbrühe (sprich: 500ml Wasser und einem Brühwürfel *schäm*) einkochen lassen. Auf etwa 200ml, die auch nach der Zugabe von 3 Teelöffeln süßem Senf noch erschreckend suppig sind. Koste die beim Abgießen von der Sauce getrennten Zwiebelstücke und beschließe, daß sie mit zurück ins Essen dürfen. Lege die Eier auf parallel dazu gekochte Spaghetti und übergieße sie mit der Brühe und ein paar Zwiebelchen. Für's Foto. Zum Essen darf dann die ganze Zwiebelpracht mit auf den Teller.
Fazit: die geschmackliche Richtung stimmt, Eier und Sauce harmonieren gut, Spaghetti sind nicht mal ansatzweise ein adäquater Ersatz für Kartoffeln, da man sie nicht in der Sauce zerdrücken kann.
Daß der Artikel heute so spät erscheint, liegt übrigens daran, daß ich mir nicht sicher war, ob ich das so posten will. Aber zum Kochen fehlte heute mittag auch die Motivation ...
Eier in Senfsauce habe ich bisher auch nicht gepostet - bis ich es im Rahmen meiner Gichtküche dann doch getan habe.
AntwortenLöschenwie ich dem Genießer schon geschrieben habe, stehen die bei mir auf dem Kochplan! So als Kindheitserinnerung. Ich hab gute dran, der Herr Kampi weniger gute. Und ich möchte ihn als Senfliebhaber überzeugen, dass das schmeckt!
AntwortenLöschenIch musste schmunzeln über Deinen Beitrag. Wir wollten kürzlich auch Ei mit Senfsoße essen, hatten aber keinen Senf, irgendwie hatte jeder vergessen, den zu kaufen... Ich mache die Soße aber immer mit einer Mehlschwitze, Deine Variante kannte ich gar nicht. Ich hoffe, Dein Essen hat trotzdem geschmeckt?!
AntwortenLöschenLiebe Grüße Viola
Ohne Mehlschwitze kann ich mir das auch noch nicht so ganz vorstellen. Und ja, Kartoffeln sind wichtig. Ich liebe dieses Gematsche im Teller. ;)
AntwortenLöschenZu den Nudeln hätte vielleicht sehr gut eine Art Senf-Carbonara gepasst, wo die Eier eher verquirlt als so rund gekocht zum Einsatz gekommen wären. Am Ende ist die Hauptsache, dass es geschmeckt hat. Mal von den Formen abgesehen....
AntwortenLöschenDas ist eins meiner absoluten Lieblingsessen (natürlich schon verbloggt) und da muss Kartoffelpü bei, mit Nudeln kann (und mag) ich mir nicht vorstellen :)
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