Mittwoch, 1. September 2010

Wochenendrückblick mit Kuchen

Anläßlich von "Friedberg frühstückt" habe ich am vergangenen Samstag den Backofen meiner Eltern großzügig genutzt. Nata hat mir freundlicherweise das Rezept für ihren Apfel-Plaumen-Streuselkuchen per Mail zugeschickt, denn auf ihren Blog konnte ich am elterlichen PC nicht zugreifen (Browser zu alt). In einem Anfall von Tollkühnheit habe ich den Hefeteig und später auch die Streusel in doppelter Menge angerührt - ich wollte ja ein Blech backen und nicht nur eine Springform. Als der Hefeteig soweit war, habe ich ihn auf dem Blech verteilt (das ging bei der Menge angenehm problemlos ;)), ihn mit einer Etage Apfelscheiben belegt und anschließend großzügig Streusel verteilt. Ab in den Backofen damit.
Leider blieb dann auch die Hälfte des Streuselteigs übrig.


Möglicherweise hätte der Hefeteig auch für zwei Bleche gereicht? So sah der Kuchen nach dem Backen gemäß Natas Zeitangabe aus:




Angeschnitten:


Panik meinerseits. Der Teig ist genau auf den Punkt durchgebacken und fluffig, die Apfelscheiben kaum zu spüren (später fällt in diesem Zusammenhang das Wort Apfelmus). Ich sehe mich in Erklärungsnot, die Aura der - abwesenden - Backofenbesitzer wirkt. Das Backen wäre definitiv anders gelaufen, wenn ich nicht allein gewesen wäre.

Noch sind Mehl und andere Zutaten da ... unter anderem die Riesenzucchini und der Frischkäse, die ich am Vormittag noch gekauft hatte. Ich finde ein Rezept für Zucchini-Frischkäse-Muffins, an das ich mich nur teilweise halte. Ein Viertel der Zucchini wird geraffelt und wandert in den Teig (das genaue Rezept kann ich leider nicht mehr reproduzieren).


Als diese Ladung (insgesamt 14 Muffins) fertig ist, folgt eine Computerpause, ich halte es aber nicht lange vor der Kiste aus, die Sache mit dem Apfelkuchen treibt mich immer noch um und ich denke, ich müßte jetzt unbedingt noch eine Sorte Muffins backen und den Hefekuchen daheim lassen. Das nächste Grundrezept (Joghurt-Muffins aus "New York Deli Basics") wird hervorgekramt, die restlichen 2 Äpfel geschält, entkernt und gerieben, statt der inwischen ausgegangenen Butter kommt Margarine zum Einsatz. Voila, Apfel-Zimt-Muffins:


Der Apfel versteckt sich auch hier gut im Teig und gibt ihm eine fruchtige Note und Lockerheit. Wieder werden es 14 Muffins. Ich gehe erschöpft zu Bett, nachdem ich dann doch noch den Apfel-Hefekuchen in Stücke geschnitten habe.

Am nächsten Morgen habe ich dann doch soweit Mut zur Lücke, daß ich die Hefekuchen-Stücke, nachdem ich sie noch einmal halbiert habe, in einer Blechschachtel verstaue. Die Muffins dürfen in die große weiße Plastikschüssel mit Deckel. Mit der Blechschachtel im Rucksack und den Muffins auf dem Schoß fahre ich mit dem Bus nach Friedberg, muß dabei einmal umsteigen.

In Friedberg herrscht an der Tafel noch ziemliche Leere, obwohl es schon kurz vor elf ist, als ich ankomme. Weil sich das Wetter nicht aufklart, bleiben manche Plätze permanent leer, andere werden zur Mittagszeit von Leuten genutzt, die sich bei der Bäckerei oder dem Metzger eine Mahlzeit geholt haben. Das ursprüngliche Konzept, daß die Gruppen untereinander ihr Essen tauschen sollen, geht meines Erachtens nicht auf. Ich tausche trotzdem einige meiner Muffins gegen andere Lebensmittel: ein Stück getrocknete Blutwurst, andere Kuchen ...

Am Ende komme ich mit folgenden Kuchen aus Friedberg wieder:


Auf dem Bild fehlen zwei herzhafte Blätterteigschnecken mit verschiedener Füllung, ein Stück Parmesan und eine Tomate, die ich ebenfalls ertauscht hatte. Jene waren mir auf dem Rückweg nach Bad Nauheim schon zum Opfer gefallen. Die abgebildeten Kuchenstücke verschwinden im Laufe des Nachmittags und frühen Abends in meinem Bauch.

Klar, daß ich an dem Abend dann keinen Bedarf mehr für ein großes Gemüsegericht hatte. Den restlichen Streuselteig habe ich mangels Motivation auch nicht mehr verarbeitet, denn ich hätte das Gebackene ja auch mitnehmen und/oder essen müssen.

Einiges vom Kuchen gebe ich an die Nachbarn weiter, trotzdem herrscht am Montag richtige Enge in meinen Sachen.

6 Kommentare:

  1. 1 kg Mehl klingt für ein Blech jetzt erstmal endsviel. Ich kenn Hefe-Blechkuchen von Oma mit so 200-250 g Mehl pro Blech. Eher ein dünner Blootz dann. ;) Aber gräm dich nicht, wie du schon gesagt hast, du hast keinen Backofen und damit zusammenhängend auch einfach nicht so viel Erfahrung. Bissi in Kaffee tunken, dann geht das schon. :)

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  2. Was für ein wundervoller Back-Tag! Zu dicken Hefeteig kann man übrigens wunderbar horizontal teilen und mit Vanillepudding oder auch Apfelmus füllen (à la Bienenstich bzw. Berliner Streuselschnecken.)

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  3. Gut schaut's trotzdem aus und meine Klamotten wären davon sicher auch eingegangen ;)

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  4. @Anne: ein entspannter Back-Tag war es aus den o.g. Gründen nicht.

    @Mestolo: hm, die Enge bezog sich auf den Kofferinhalt. Die Klamotten passen noch. :)

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  5. Wie, Friedberg frühstückt? Das ist ja ein Dorf weiter. Wo wohnst du denn????? Wieso merke ich das erst jetzt????????
    In Nauheim war ich heute auf der LGS, ts, gibbet datt? Was den Backwahn angeht, bist du aber auch befallen, oder? Weiter so!

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  6. Der benutzte Backofen steht in Bad Nauheim-Wisselsheim. :)
    Ich selbst wohne in Darmstadt.

    Backwahn: ich muß ja die seltene Backofenzeit nutzen. Normalerweise ist der Output geringer.

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