Oh, Du wolltest eigentlich mal nur noch selbstgemachte Nudeln essen? Und hast es verworfen, weil es viel bequemer ist, die Küche nach dem Kochen nicht komplett aufzuräumen? Es paßt ja auch nicht mehr alles in den Vorratsschrank, sodaß Du Mehle, Zucker, Hülsenfrüchte und Reis in einen Korb ausgelagert hast in der Hoffnung, sie dort besser überblicken und schneller verbrauchen zu können.
Alles Sense! Funktioniert nicht! Du hast das mit dem Korb nämlich vor einem halben Jahr schon mal probiert! Und dann doch alles wieder in den Vorratsschrank geräumt, um später festzustellen, daß Du nicht mehr weißt, was darin alles untergebracht ist ...
Wie heißt es so schön: weniger ist mehr?
Die andere Tücke einfacher Gerichte: sie nehmen einem die Zeit, anderes auszuprobieren. Ade, schöner Traum von leckeren Hühnerbeinchen aus der Pfanne, die nicht nur mal eben in Öl gebadet haben. Ade, liebe Rouladen und Involtini. Ade, schöner Traum, endlich Kochen zu lernen. Ihr müßt leider alle weiterhin warten ...
Die Sache mit dem gästetauglichen Kochen ist offenbar ein Henne-Ei-Problem. Ohne Mitesser kein Bedarf für aufwendiges Essen und wechselnde Gerichte, aber auch: keine Mitesser, wenn nicht ein gewisser Standard eingehalten wird. Im Zweifelsfall der, den man in der eigenen Familie kennengelernt hat. Dort habe ich allerdings in der Schulzeit nie mitgekocht. (Behaupte ich jetzt, ohne Gewähr. Tütensuppen und Aufgußterrinen zählen nicht.)
Zwei befreundete Nähbloggerinnen haben in den letzten Tagen unabhängig voneinander (und mit unterschiedlicher Intention) Bilder einiger z.T. älterer Werke online gestellt:
Snowlady
tuahadedana
Ich behaupte ja, ich könnte nähen (genauso wie ich behaupte, ich könnte kochen), aber an meinem Qualitätsbewußtsein könnte man wohl noch drehen. Gerade denke ich nämlich mal wieder, daß ich - um mal eine Metapher zu bemühen - lieber nach einem Drittel des Weges stehenbleibe, anstatt zu schauen, wie die Aussicht von ganz oben ist.
Zurück zu den Nudeln:
In aller Einfachheit werden dann also 3 Zwiebeln, eine halbe Aubergine und eine halbe Paprika kleingeschnitten, während die Nudeln im heißen Wasser bereits kochen. Die Gemüsewürfel werden in heißem Öl gebraten, gewürzt, es wird mehr Öl nachgegossen, der Frischkäse aus dem Kühlschrank geholt, 3 Teelöffel davon unter das Gemüse gerührt, die eine Hälfte Nudeln auf einem Teller angerichtet, die andere separat mit Pesto vermischt. Schnell ein Foto gemacht:
Dann den Rest des Pfanneninhaltes auf die Nudeln geschaufelt, gegessen, das Verlosungsvideo angeschaut, halbgesättigt zurück in die Küche geschlichen und schließlich noch über die Portion Nudeln mit Pesto hergefallen, die eigentlich für ein bento-ähnliches Mittagessen gedacht waren.
Ob ich mich wohl morgen früh aufraffe, wenigstens noch ein bißchen Gemüse zum Mitnehmen vorzubereiten?
Das ist doch richtiges Soulfood! Wer könnte Frischkäse in der Gemüsesauce widerstehen?
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