Montag, 26. November 2012

Von neuen und nicht ganz neuen Kochbüchern

Mal wieder ein Eintrag ohne Bilder. Aus Gründen.

Im September ist bei mir auch Österreich vegetarisch eingezogen. Ich muß sagen, ich bin lange skeptisch um dieses Buch herumgeschlichen, der Geruch hat mir die Freude an den Rezepten (bzw. die Muße, diese zu studieren) etwas verdorben. Vermutlich bin ich die letzte, die über dieses Buch bloggt. Ist aber egal, da ich vor einem halben Jahr nicht hätte sagen können, ob ich es überhaupt kaufe (mangels Job und Geld und Koch-/Hausarbeitslust und überhaupt).

Dann wurde das Buch nach Bad Nauheim getragen. Und wieder zurück nach Darmstadt. Und wieder nach Bad Nauheim. Und der innerlich empfundene Druck, doch endlich mal was nachzukochen, wurde immer größer.

Ich weiß nicht, wie es bei Euch ist, aber ich muß schon zugeben, daß ich Kochbücher bisher nach Gefallen kaufte und nicht unbedingt nach Umsetzbarkeit der Rezepte oder gar danach, ob ich denn wirklich einiges daraus kochen will. In diesem Zusammenhang sind durch Erbschaft nicht nur einige Kochbücher aus den 1970ern bei mir eingezogen, sondern (auch im September, ebenfalls geerbt) einige ältere Kochbücher aus dem Fundus eines Shops für Küchenzubehör in Darmstadt.

Schwach geworden bin ich neulich auch in Mainz beim Anblick des wohl druckfrischesten Buches in dieser Aufzählung: "Taste the Waste" aus dem Kiwi-Verlag, welches nicht nur Essensretter-Initiativen vorstellt, sondern auch deren Rezepte präsentiert. Einer der Mitwirkenden war Ralph Schüller, der im Rahmen eines Gänsekochkurses am Martinswochenende dieses Buch zur Ansicht darbot. (Vielleicht gibt es hier demnächst noch ein paar Zeilen oder zumindest Fotos vom Abend, vielleicht auch nicht.)

Zurück zu "Österreich vegetarisch". Am Freitag hab ich mal wieder die Frage gestellt, was ich denn daraus kochen oder backen könnte, diesmal nicht nur an mich selbst. Geantwortet hat niemand; meine eigene Wahl fiel dann auf den Kohlrabi-Sellerie-Salat (S. 140), der zur Kürbisschnitte gereicht wird, den im Backofen gegarten Porree (S. 136) und - das mußte nun sein, es war einfach zu oft davon geschwärmt worden - das Apfelschlangerl (S. 158).

Auf dem Markt wurden dann u.a. zwei Stangen Lauch, ein Stangensellerie, zwei Kohlrabi und ein Kilo Boskop gekauft - und, weil ich auch nochmal Fleisch im Ofen zubereiten wollte, ein Hühnerbein (das war billiger als der Kaninchenschenkel, den ich auch hätte haben können). Mit etwas Plan hätte mir klar sein können, daß es mit einem dieser Vorhaben nicht klappen wird - zubereitet wurde dann am Sonntag das Hühnerbein, nicht der Lauch ...

Den Kohlrabi-Sellerie-Salat habe ich am Samstag geschnitten, gewürzt und in den Kühlschrank gestellt. Eine Portion gab es am frühen Abend, die zweite am nächsten Mittag. Abweichend vom Rezept im Buch habe ich auf das Blanchieren des Kohlrabi verzichtet (wir essen Kohlrabi nur roh oder gebraten), statt Chilipulver zwei entkernte Schoten verwendet, auf dunklen Balsamico zurückgegriffen (in diesem Zustand durfte er ziehen) und zusammen mit der sauren Sahne Sonnenblumenkerne untergerührt.
Durch den Balsamessig war dann die schöne grüne Farbe hin und so habe ich auf ein Foto verzichtet. Geschmeckt hat es, den mache ich bestimmt mal wieder. Ich würde diesen Salat eher im Sommer verorten, einfach, weil Kohlrabi für mich ein Sommergemüse ist. (Lang, lang ist's her, aber wir hatten sogar mal welche im Garten.)

Beim Teig für das Apfelschlangerl ist mir dann irgendwas schiefgegangen, vermutlich hab ich etwas zu großzügig Flüssigkeit (weil sie gerade da war: Milch statt Apfelmost und Sauerrahm) an die Mehl-Eidotter-Butter-Mischung gegeben, jedenfalls war der Teig auch bei weiterer Zugabe von Mehl kaum zu bändigen. Ausrollen ging gar nicht, mit etwas Geduld konnte ich (unter Einsatz weiteren Mehles) mehr oder weniger handtellergroße flache Stücke formen, indem ich den Teig mit den Händen bearbeitete, so wie man es bei manchen Pizzabäckern sieht ... Da ich eh kleine handliche Teilchen backen wollte, war das nicht ganz so schlimm, aber eben auch nicht rezeptgerecht ... letzten Endes hat der Teig sich dann doch noch seinem Schicksal gefügt und aus dem Backofen kamen sechs leckere Apfeltaschen (ich hatte nur ein Drittel der im Rezept angegebenen Teigmenge hergestellt), die gut auf die Hand zu essen waren und auch heute noch geschmeckt haben.

Ich bin jetzt eher geneigt, noch mehr aus diesem Buch nachzumachen, speziell die Rohkostsalate lachen mich an. Wo sind meine Post-its?

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